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  • AutorenbildJoerg Niermann

Betriebswirtschaftliche Beratung: Erfolgreich zu neuen Horizonten navigieren

In der heutigen sich stetig verändernden Geschäftswelt eröffnet die betriebswirtschaftliche Beratung für Steuerberater neue Dimensionen und Möglichkeiten, die weit über traditionelle Aufgaben hinausgehen. In diesem Blog-Beitrag widmen wir uns eingehend den Gründen, warum die betriebswirtschaftliche Beratung für Steuerberater immer relevanter wird, und bieten einen Fahrplan, um in dieses spannende Feld einzusteigen und erfolgreich Fuß zu fassen.


Die wachsende Bedeutung der betriebswirtschaftlichen Beratung für Steuerberater

In einer Zeit, in der wirtschaftliche Herausforderungen in verschiedenen Branchen allgegenwärtig sind, sind Unternehmer vermehrt darauf angewiesen, betriebswirtschaftliche Instrumente gezielt einzusetzen, um die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens zu sichern. Dieser Umstand allein macht die betriebswirtschaftliche Beratung für Steuerberater unentbehrlich. Betriebswirtschaftliche Themen wie Umsatzsteigerung und Kostensenkung rücken vermehrt in den Fokus der Mandanten, da sie unmittelbare Auswirkungen auf die unternehmerische Performance haben.


Es ist nicht zu übersehen, dass betriebswirtschaftliche Aspekte oft auf ein größeres Interesse stoßen als die komplexe Welt der Steuern. Zudem setzen Banken verstärkt auf die Anwendung betriebswirtschaftlicher Instrumente, wie Kostenrechnung, Planungsrechnungen und Nachfolgeregelungen, um bei Bonitätsprüfungen eine fundierte Einschätzung vornehmen zu können. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, nicht nur steuerliche Angelegenheiten im Blick zu haben, sondern auch betriebswirtschaftliche.


Eine bedeutende Erkenntnis aus der Perspektive von Steuerberatungskanzleien ist, dass die betriebswirtschaftliche Beratung immer mehr von Steuerberatern angeboten wird. Das Fehlen eines solchen Angebots könnte dazu führen, dass Mandanten zu Konkurrenten wechseln, die ein umfassenderes Dienstleistungsportfolio bieten können. Daher sollte die betriebswirtschaftliche Beratung integraler Bestandteil der Leistungen einer Kanzlei sein, um die Wettbewerbsfähigkeit und den langfristigen Erfolg zu sichern.


Warum Steuerberater die idealen Kandidaten für betriebswirtschaftliche Beratung sind

Die Überlegung, sich in die betriebswirtschaftliche Beratung zu wagen, mag zu Beginn einschüchternd wirken. Doch Steuerberater bringen ideale Voraussetzungen mit, um in diesem Bereich erfolgreich zu agieren. Durch langjährige Mandatsbeziehungen verfügen sie über tiefgreifende Kenntnisse über die wirtschaftliche und persönliche Lage der Mandanten. Die gesammelten Daten und Informationen sind ein unschätzbarer Vorteil gegenüber externen Unternehmensberatern, die diese erst aufwändig recherchieren müssten.


Einer der spannendsten Aspekte der betriebswirtschaftlichen Beratung ist das beträchtliche Honorarpotenzial. Die Tagessätze von Unternehmensberatern zeigen deutlich, welch attraktive Ertragsmöglichkeiten in diesem Bereich liegen. In einer Zeit, in der die traditionellen Dienstleistungen wie Buchführung, Jahresabschluss und Steuererklärung immer stärkerem Wettbewerbs- und Honorardruck ausgesetzt sind, stellt die Erschließung neuer, lukrativer Tätigkeitsfelder eine strategisch kluge Entscheidung dar.


Schritt für Schritt: Der Fahrplan zur erfolgreichen betriebswirtschaftlichen Beratung


1) Definieren Sie Ihr Angebot strategisch

Statt wahllos Beratungsfelder aufzulisten, sollten Steuerberater gezielt analysieren, welche Beratungsleistungen ihren Mandanten echte Mehrwerte bieten. Die Bedürfnisse der Mandanten müssen im Mittelpunkt stehen. Nur so kann ein maßgeschneidertes Angebot geschaffen werden, das die Herausforderungen der Mandanten konkret adressiert.


2) Wecken Sie den Bedarf und identifizieren Sie Herausforderungen

Oft wissen Mandanten nicht einmal selbst, dass sie Beratungsbedarf haben. Die Kunst besteht darin, Bedarf anhand von Finanzdaten und Kennzahlen zu identifizieren. Moderne und KI-gestützte Tools wie CANEI.betterbusiness können hierbei unterstützen, indem sie ungenutzte Potenziale sichtbar machen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung aufzeigen.


3) Gewinnung von Beratungsaufträgen

Im Gegensatz zu den klassischen Tätigkeiten in der Steuerberatung (Buchführung, Jahresabschluss, Steuererklärung), die Mandanten aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen in Anspruch nehmen müssen, besteht für betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen keine solche Verpflichtung. Betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen müssen daher aktiv angeboten und "verkauft" werden. Eine besondere Bedeutung hat dabei, den Mandanten in einem ersten Schritt bewusst zu machen, dass sie einen Beratungsbedarf haben. Hierzu empfiehlt sich folgendes Vorgehen:


a) Analysieren Sie Ihren Mandantenstamm mit der Frage: "Welche Mandanten kommen (vor allem) für betriebswirtschaftliche Beratungen infrage?". Dieses „Mandanten-Screening“ können Sie beispielweise durch die Nutzung von CANEI.tax automatisieren.


b) Identifizieren Sie individuellen Beratungsbedarf zeitnah und systematisch anhand der Finanzbuchhaltung (FiBu) oder betriebswirtschaftlicher Auswertungen (BWA) und sprechen Sie den Mandanten gezielt an, sei es persönlich, schriftlich oder telefonisch. Nutzen Sie dabei Tools wie CANEI.betterbusiness, um konkrete Optimierungspotenziale im Unternehmen des Mandanten zu identifizieren und in Euro zu quantifizieren. Dadurch kann der Bedarf an Ihrer Beratungsleistung geweckt werden.


c) Kommunizieren Sie Ihr Beratungsangebot aktiv und offensiv, zum Beispiel über Mailings, Rundschreiben an Mandanten, in persönlichen Gesprächen, bei Mandantenveranstaltungen oder während Jahresabschlussbesprechungen. Ein möglicher Einstiegspunkt für Gespräche könnte sein: "Wie würde Ihre Bank Ihr Unternehmen bewerten? Wo steht Ihr Unternehmen im Vergleich zur Branche? Welche Möglichkeiten zur Kostensenkung sehen Sie? Welche Optionen zur Umsatzsteigerung erwägen Sie?"


Es gibt Anzeichen, die auf einen Bedarf an betriebswirtschaftlicher Beratung hinweisen könnten:

  • rückläufige Umsätze

  • schrumpfende Gewinne

  • reduziertes Eigenkapital

  • steigende Materialaufwandsquote

  • erhöhte Personalaufwandsquote

  • zunehmende Lagerdauer

  • verlängerte Debitorenlaufzeit

  • verringerte Cashflow-Marge

  • verschlechterter Insolvenzfrühwarnindikator

  • gemindertes Rating

  • steigende Mitarbeiterfluktuation

  • u.v.m.

Diese Anzeichen könnten auf bestehende Herausforderungen im Unternehmen hinweisen, die möglicherweise eine betriebswirtschaftliche Beratung erfordern.


4) Kommunikation auf Augenhöhe

Anstatt in Fachjargon zu verfallen, sollten Steuerberater betriebswirtschaftliche Themen verständlich und praxisnah kommunizieren. Einstiegsfragen wie "Wo steht Ihr Unternehmen im Branchenvergleich?" oder "Welche Möglichkeiten zur Kostensenkung gibt es?"regen zum Nachdenken an und öffnen die Tür für weiterführende Beratungsgespräche.


5) Moderne Methoden und Werkzeuge nutzen

Betriebswirtschaftliche Beratung erfordert oft einen intensiven Dialog und den Austausch von Ideen. Steuerberater sollten sich in Moderationstechniken, Kreativitätstechniken, Präsentation und Projektmanagement schulen, um effektive Beratungen und Workshops durchzuführen.


6) Individuelle Lösungen entwickeln

Steuerberater sind in einer einzigartigen Position, um die individuellen Herausforderungen ihrer Mandanten zu verstehen. Die Kunst besteht darin, die richtigen Fragen zu stellen und bestehende Lösungen zu strukturieren und umzusetzen. Die Lösungen sind oft bereits im Kopf der Mandanten vorhanden und müssen nur mit geeigneten Methoden hervorgebracht und umgesetzt werden.


7) Richtige Organisationsform wählen

Betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen können entweder als integraler Bestandteil der bestehenden Kanzlei oder über eine rechtlich eigenständige Beratungsgesellschaft angeboten werden.


Wenn Sie die betriebswirtschaftliche Beratung innerhalb Ihrer bestehenden Kanzlei anbieten, entstehen wahrscheinlich die geringsten zusätzlichen Kosten in Bezug auf Räumlichkeiten, Personal und Versicherungen. Zudem gewährleisten Sie ein einheitliches Erscheinungsbild in Bezug auf die steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung gegenüber den Mandanten.


Falls Sie hingegen eine eigenständige Unternehmensberatungsgesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung gründen, entstehen höhere Kosten, jedoch kann dies die Akquise von Beratungsaufträgen erleichtern, da Sie bei Ihren Werbemaßnahmen nicht an die Einschränkungen des StBerG (Steuerberatungsgesetz) und der BOStB (Berufsordnung der Steuerberater) gebunden sind. Zusätzlich führt die getrennte Auftragserteilung durch den Mandanten zu einer separaten Honorarvereinbarung mit der neuen Beratungsgesellschaft. Dies reduziert das Risiko, dass der Mandant die betriebswirtschaftliche Beratung als "Zugabe" betrachtet, die durch das steuerliche Beratungshonorar bereits abgedeckt ist.


Praxistipp

Die Entscheidung über die organisatorische Gestaltung der betriebswirtschaftlichen Beratung hängt maßgeblich von der Größe des angestrebten Dienstleistungsangebots ab: Ein eher begrenztes und überschaubares Leistungsangebot kann innerhalb der bestehenden Kanzlei realisiert werden. Die Gründung einer rechtlich eigenständigen Beratungsgesellschaft ist in diesem Fall oft nicht gerechtfertigt. Falls jedoch ein umfangreiches Beratungsangebot angestrebt wird, das auch für Nicht-Mandanten oder Berufskollegen (als Kooperationspartner) zur Verfügung stehen soll, empfiehlt sich oft die Gründung einer unabhängigen Gesellschaft.


8) Experten einsetzen und schulen

Die Aneignung des erforderlichen Wissens und die Durchführung von betriebswirtschaftlichen Beratungen können vom Kanzleiinhaber und/oder qualifizierten Mitarbeitern übernommen werden. In manchen Kanzleien werden Mitarbeiter speziell und ausschließlich für die Bearbeitung von betriebswirtschaftlichen Beratungsaufträgen eingestellt. In jedem Fall sollten bestimmte Personen langfristig und regelmäßig für diesen Aufgabenbereich verantwortlich sein, um die erforderliche Routine für eine effiziente Bearbeitung der Beratungsaufträge zu entwickeln. Dies betrifft nicht nur die fachliche Arbeit, sondern auch die Einarbeitung in die betriebswirtschaftlichen EDV-Programme. Wenn der Kanzleiinhaber die betriebswirtschaftliche Beratung persönlich durchführen möchte, müssen wahrscheinlich vermehrt steuerliche Aufgaben an Mitarbeiter delegiert werden, damit der Aufbau und die Durchführung der betriebswirtschaftlichen Beratung zeitlich umsetzbar sind.


9) Externe Kompetenz nutzen

Es wird betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen geben, die Sie aus fachlichen oder zeitlichen Gründen nicht selbst anbieten wollen. In solchen Fällen sollten Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Angebot des Kompetenz-Centers für betriebswirtschaftliche Beratung der Steuerberater Service AG (StBS) in Anspruch zu nehmen. Durch das Angebot der StBS haben Sie die betreffende Dienstleistung sofort in Ihrem Kanzleiberatungsangebot, ohne dass Sie eigenes Know-how aufbauen müssen. So reduzieren Sie das Risiko, dass Ihre Mandanten diese Leistungen anderweitig "zukaufen" oder möglicherweise zu einem anderen Steuerberater mit einem entsprechenden Angebot wechseln. Informieren Sie sich über das Angebot der StBS unter https://www.plancontrolplus.com/services



Fazit

Die betriebswirtschaftliche Beratung bietet Steuerberatern die Möglichkeit, sich in neue Geschäftsfelder vorzuwagen und ein attraktives Zusatzangebot zu schaffen. Durch die Nutzung ihrer vorhandenen Ressourcen und langjährigen Mandatsbeziehungen sind Steuerberater optimal positioniert, um betriebswirtschaftliche Beratung erfolgreich anzubieten. Ein systematischer Fahrplan, wie im vorliegenden Leitfaden skizziert, kann Ihnen helfen, diesen neuen Weg zu beschreiten und eine wertvolle Erweiterung Ihrer Kanzleidienstleistungen zu realisieren.


Tiefergehende Anregungen zur Gestaltung einer erfolgreichen betriebswirtschaftlichen Beratung finden Sie in unserem Ratgeber „Bei Mandanten den richten Nerv treffen“, den Ihnen unter dem folgenden Link zum Download zur Verfügung gestellt haben:



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